PostScript-Schriften

1982 entwickelten die Adobe-Gründer Charles Geschke und John Warnock die universelle Seitenbeschreibungssprache PostScript.

Apple führt 1985 mit dem Laserwriter den ersten Laserdrucker ein. Er ist teurer als ein Mac und hat mehr Rechenleistung als dieser. Er kann als erster das Adobe-PostScript-Format umsetzen und konturenscharf ausgeben.

Bezierkurve
Bezierkurve

Wie Grafiken konnten nun auch Schriften mit dieser universellen Beschreibungssprache ausgegeben werden. Schrift wird nicht mehr mithilfe von Pixeln dargestellt, sondern in Form von Kurven (Bézier-Kurven).

Diese Anweisungen werden an den Drucker geschickt und dort auf die spezifische Auflösung des Ausgabegerätes ausgerichtet.

PostScript ist eine geräteunabhängige Sprache, d.h. unabhängig von Auflösung oder Rastermethode des Ausgabegerätes. Die Möglichkeiten des Ausgabegerätes können so voll ausgeschöpft werden, da die eigentliche Berechnung der Daten am Endgerät erfolgt.

Wenn man eine Schrift skaliert oder druckt, werden ihre relativen Maße in absolute übertragen. Diese basieren auf der Auflösung des Ausgabegerätes.

Der Vorteil liegt auf der Hand: PostScript-Schriften können auf allen Druckern ausgegeben werden, entweder direkt über einen eingebauten Post-Script-Interpreter oder über zusätzliche Software wie z.B. den Adobe Type Manager.

Type-1-Schriften

Das 'A' in PostScript

(International Standards Organisation, Konturschriftarten, ISO 9541)

Das bevorzugte und weitverbreitetste Fontformat der Grafikdesign- und Verlagsindustrie sind die Type-1-PostScript-Fonts.

Jeder Font ist als Dictionary organisiert, das den Namen der Zeichen mit der jeweiligen Umrissdefinition verbindet.

PostScript-Type-1-Schriften sind landläufig als PostScript-Schriften bekannt. Dieses Format von Adobe wurde in den Anfängen nur gegen Lizengebühren an Dritthersteller weitergereicht. Wer die Lizenzgebühren nicht bezahlte, war gezwungen, das schlechtere PostScript-Type-3-Format zu verwenden.

Type-3-Schriften

Type-3-Schriften entsprechen dem Type-1-Format einer „Low-Standard-Version“. Sie enthalten keine Hints, was zu unausgewogener Darstellung bei kleinen Schriftgrößen, auf dem Screen und bei Druckern mit niedriger Auflösung führen kann. Sie sind nicht wie Type-1 komprimiert und belegen daher mehr Speicherplatz.

Einziger Vorteil besteht darin, dass Schrift Muster oder Graustufenbilder enthalten kann und nicht wie Type-1 nur Volltonfarben unterstützt.

ATM unterstützt nur Type-1-Schriften, Type-3-Schriften können jedoch mithilfe von speziellen Tools nachträglich in Type-1-Schriften umgewandelt werden. Heute entwickelt Adobe das Type-3-Format nicht mehr weiter.

Type-1-Fonts auf PC und Macintosh

Auf dem Mac bestehen Type-1-Fonts meist aus drei Dateien:

Mögliche Probleme

Auf Windows-PCs kommen nur zwei Dateien zum Einsatz:

Dateien mit der Endung *.pfb (Printer Font Binary) enthalten eine komprimierte Outline. Die mit *.pfm (Printer Font Metrics File) enthalten Font-Metrik-Informationen (Kerning und Hints) für den Umbruch sowie den Schriftnamen, der im Schriftenmenü der Programme angezeigt wird.

Bisher musste immer ein Schriftverwaltungsprogramm zur korrekten Darstellung der Type-1-Fonts installiert sein. Mit den neueren Versionen der Betriebssysteme (Mac OS X und Microsoft Windows 2000) ist ein Font-Rasterizer systemseitig integriert. PostScript-Schriften werden nun direkt verwaltet.

# | Letzte Änderung: 10.06.2004 | XHTML | CSS