Multiple-Master-Schriften

Multiple-Master-Schrift

Diese Weiterentwicklung des PostScript-Type-1-Formats, entwickelt von Adobe, ermöglicht es Anwendern, selbst Schriftvarianten herzustellen.

Im Gegensatz zu normalen Schriften, die beispielsweise in drei Schnitten, light, heavy und bold vorliegen, können mittels der MM-Technologie stufenlos Zwischenschnitte erzeugt werden, beispielsweise „ein bisschen heavy“ oder „wirklich light“.

Der Anwender hat bis zu vier Design-Achsen zu Verfügung, z.B. Laufweite, optische Größe, Serifen, Gewicht und Neigung, so werden durch unterschiedliche Kombination mehrere Millionen Variationen einer Schrift möglich.

Es existieren nur 50 MM-Fonts überhaupt, diese sind unter ATM einsetzbar. Auch unter Adobe Illustrator existiert das „MM-Design“, mit dem vordefinierte Designachsen angesteuert werden können. Spezielle Software ist in der Lage, aus Multiple-Master-Fonts normale Outline Fonts zu generieren, die dann wie üblich eingesetzt werden.

MM-Fonts konnten sich im Alltag nicht durchsetzen, erhielten aber neue Bedeutung durch die Verwendung dieser Technologie in Adobe Acrobat. Nicht eingebettete Fonts werden hier simuliert mittels zweier verschiedener MM- Fonts, Adobe Serif MM und Adobe Sans MM. Bei Schreibschriften oder eher ungewöhnlichen Fonts versagt diese Technik, und auch bei einer Standardschrift sind diese simulierten Fonts nicht druckvorstufentauglich.

Adobe hat die Entwicklung weiterer Multiple-Master-Fonts eingestellt. Unter OS X werden MM-Fonts auch nicht mehr unterstützt.

# | Letzte Änderung: 10.06.2004 | XHTML | CSS